Sparsam mit dem Wohnmobil
Urlaub mit einem Wohnmobil steht unverändert hoch in der Gunst der Bundesbürger. Doch der Blick auf die aktuellen Treibstoffpreise trübt die Freude an einem mobilen Urlaub. „Mit einigen Tricks und – vor allem – mit einer vorausschauenden Fahrweise lässt sich das Urlaubsbudget entspannen“, tröstet Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD. Etwa durch eine Abmagerungskur für das rollenden Feriendomizil. „Den Abwassertank vor längeren Fahrten leeren und nur so viel Frischwasser mitnehmen wie nötig“, rät die Fachfrau. Schließlich schlägt jeder Liter Wasser mit einem Kilogramm Gewicht zu Buche. Ähnliches gilt für das Gepäck. Unnötige Pfunde an Bord erhöhen den Verbrauch.
Ebenfalls sparen lässt sich durch die Routenwahl. „Passpassagen beispielsweise sind sicherlich wegen oftmals grandioser Aussichten reizvoll, aber mit Blick auf den Spritverbrauch ist die Route über die Autobahn mit weniger Höhenunterschieden und gleichmäßiger Fahrweise meist die bessere Wahl“, gibt die TÜV SÜD-Fachfrau zu bedenken. Auf der Autobahn daran denken, mit zunehmendem Tempo wächst der Luftwiderstand – und zwar quadratisch zur Geschwindigkeit. Das bedeutet: Der Dieseldurst steigt rasant an. „Deshalb lieber etwas gemächlicher fahren“, legt Mainz Wohnmobilchauffeuren ans Herz: „Im Verkehr mitschwimmen, man muss nicht gleich zum Überholen ansetzen, nur weil der Vorausfahrende einen Tick langsamer unterwegs ist als man selbst.“
Beim Beschleunigen gilt, es ist sparsamer bei niedrigen Drehzahlen Vollgas zu geben, als bei hohen Drehzahlen das Gaspedal zu streicheln. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe empfiehlt es sich, einen Modus zu wählen, bei dem möglichst früh geschaltet wird. Hochtouriges Fahren treibt ebenfalls den Verbrauch in die Höhe. Deshalb lieber früher schalten. Auf Autobahnen und Schnellstraßen mit wenig Verkehr minimiert der Tempomat den Verbrauch, denn er zügelt unnötiges Beschleunigen. Eine Gepäckbox oder Sportgeräte auf dem Dach mitzuführen, erscheint manchmal unumgänglich. Aber auch das treibt den Luftwiderstand und damit den Verbrauch in die Höhe. Besser also Box oder Bike innen oder am Heck transportieren.
„Ein vielfach unterschätzter Verbrauchsfaktor ist falscher Reifendruck“, erinnert Mainz. Meist ist zu wenig Druck im Reifen. Das mindert nicht nur die Tragfähigkeit des Reifens, sondern erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch, deshalb den Reifendruck regelmäßig prüfen.
Bei Fahrten quer über Ländergrenzen hinweg lohnt es sich auf jeden Fall, dort zu tanken, wo der Kraftstoff günstig ist. So lässt sich beispielsweise bei einer Reise von Deutschland nach Italien durch Tankstopps in Österreich einiges sparen. „Spritpreis-Apps können dabei helfen“, weiß die TÜV SÜD-Expertin, „aber man muss dabei ins Kalkül ziehen, das der Umweg zur Tankstelle wiederum Sprit kostet. Grundsätzlich gilt, je mehr man nachtanken kann und je größer der Preisunterschied ist, desto längere Umwege lohnen sich. Ein hohes Preisniveau oder ein hoher Treibstoffverbrauch lassen dagegen die Fahrtkosten steigen und machen den Umweg zur günstigeren Tankstelle unattraktiver. Viele unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer, so Mainz.